Fünf neue Heidelbeersorten in unserem Shop

Von der ultrafrühen ‚Clarksville‘ bis zur mittelspäten ‚Fayetteville‘: Wählen Sie nach Geschmack, Fruchtgröße und den Bedingungen in Ihrem Garten

In unserem Shop sind fünf neue Sorten der Kulturheidelbeere (Vaccinium corymbosum) hinzugekommen. Vier gehören zur Gruppe Northern Highbush, die in Mitteleuropa am häufigsten angebaut wird, eine zur Gruppe Southern Highbush. Die Sorten unterscheiden sich in Reifezeit, Fruchtgröße und Geschmack, aber auch darin, wie viel Winterkälte sie brauchen und wie gut sie Frost vertragen. Im Folgenden finden Sie jede Sorte im Detail, einen übersichtlichen Vergleich und Tipps, welche Sorte zu Ihrem Garten passt.

5
neue Sorten im Sortiment
10–14
Tage früher als ‚Duke‘ reift ‚Clarksville‘
20 mm
Fruchtdurchmesser bei ‚MegasBlue‘ (bis zu)
über 11
°Brix: Zuckergehalt der Früchte von ‚Fayetteville‘

Zwei Gruppen, zwei unterschiedliche Ansprüche

Northern Highbush eignet sich für mildes und kühleres Klima und braucht im Winter ausreichend Kälte. Southern Highbush stammt aus wärmeren Regionen, braucht weniger Kälte, verträgt aber starken Frost schlechter. Von den neuen Sorten gehört nur ‚Miss Alice Mae‘ zum südlichen Typ.

Was sind Kältestunden?
Heidelbeeren ruhen im Winter. Damit sie im Frühjahr richtig austreiben und reich blühen, brauchen sie eine bestimmte Anzahl an Stunden mit Temperaturen unter 7 °C. Diese Angabe heißt Kältebedarf und wird in Kältestunden gemessen. In weiten Teilen Mitteleuropas wird der Bedarf der Northern-Highbush-Sorten in der Regel problemlos erreicht. Mehr Aufmerksamkeit verdienen Spätfröste während der Blüte.

Die fünf neuen Sorten im Detail

Die Sorten sind ungefähr von der frühesten bis zur spätesten geordnet.

‚Clarksville‘
Ultrafrühe Sorte, Northern Highbush

‚Clarksville‘ reift 10 bis 14 Tage früher als ‚Duke‘, eine der bekanntesten frühen Sorten. So können Sie schon ganz zu Beginn der Saison ernten, wenn die Nachfrage nach frischem Obst am größten ist. Die Früchte sind mittelgroß, heller blau mit Wachsschicht, ausreichend fest und deutlich aromatisch. Interessant: Ihr Geschmack entwickelt sich bei kühler Lagerung weiter und wird besser.

Sie braucht nur 400 bis 500 Kältestunden, für eine nördliche Sorte relativ wenig. Daher eignet sie sich auch für mildere Winter oder den Anbau im Folientunnel und behält dabei eine starke Frosthärte. Sie hat zudem eine gute natürliche Widerstandsfähigkeit gegen gängige Heidelbeerkrankheiten.

Vorteile: ultrafrühe Ernte, aromatischer Geschmack, der sich bei Lagerung verbessert, niedriger Kältebedarf bei starker Frosthärte, zuverlässiger Ertrag, gute Krankheitsresistenz.

Zu beachten: Die Früchte sind mittelgroß und erreichen nicht die Größe späterer Sorten. Der Wuchs ist halbaufrecht bis ausladend, daher braucht die Sorte einen Erziehungsschnitt, damit sich die Äste unter der Last der Früchte nicht zum Boden neigen.

‚Miss Alice Mae‘
Frühe Sorte, Southern Highbush

‚Miss Alice Mae‘ (Syn. ‚TH-921‘) ist eine frühe Sorte aus Georgia, USA. Sie reift etwa zur gleichen Zeit wie die etablierte frühe Sorte ‚Star‘, die Frucht entwickelt sich aber schneller, in 60 bis 68 Tagen. Die Beeren sind mittelgroß bis groß (16 bis 19 mm Durchmesser, 1,6 bis 2,0 g) und violettblau mit Wachsschicht. Der Geschmack ist sehr gut, die Textur glatt und der Zuckergehalt (°Brix) höher als bei ‚Star‘ und ‚Camellia‘. Nach dem Pflücken bleibt eine kleine Stielnarbe mit minimalem Einreißen zurück, und die Früchte lassen sich gut lagern.

Der Strauch ist wüchsig und halbaufrecht: Mit vier Jahren erreicht er 1,3 bis 1,6 m, aus einer schmalen Basis wachsen meist 1 bis 3 Haupttriebe. Der Ertrag ist sehr gut: bei vier Jahre alten und älteren Pflanzen unter optimalen Bedingungen 4,5 bis 6,8 kg je Pflanze. Der Kältebedarf liegt bei etwa 500 bis 550 Stunden.

Vorteile: frühe Reife, feste und süße Früchte mit guter Lagerfähigkeit, hoher Ertrag und kräftiger Wuchs, niedriger Kältebedarf.

Zu beachten: Die Frosthärte ist geringer, wie für südliche Sorten typisch, daher eignet sich die Sorte nicht für kalte, nördliche oder höher gelegene Lagen. Sie blüht früh. Sie ist nur mäßig selbstfruchtbar, pflanzen Sie für einen besseren Ertrag daher eine weitere Sorte daneben.

‚Titanium‘
Frühe bis mittelfrühe Sorte, Northern Highbush

‚Titanium‘ (Syn. ‚OBF0622‘) ist eine moderne Sorte aus Oregon. Dort erreicht sie in der ersten Juliwoche 50 % Reife. Die Früchte sind mittelgroß bis groß (etwa 18 mm), leicht abgeflacht rund und violettblau mit Wachsschicht. Ihre größte Stärke ist die extreme Festigkeit: Die Beeren sind sehr druckfest, die Stielnarbe nach dem Pflücken ist sehr klein (etwa 1 mm) und trocken, die Lagerfähigkeit hervorragend. Die Früchte enthalten sehr wenige Samen (oft nur 0 bis 7), der Geschmack ist harmonisch süß-säuerlich und süßer als bei ‚Draper‘.

Der Strauch ist wüchsig, aufrecht und eher schmal: Mit 3 Jahren ist er etwa 106 cm hoch und 89 cm breit. Der Ertrag ist mittelhoch bis hoch. Der Kältebedarf liegt bei etwa 1000 Stunden, daher ist die Sorte für mildes und kühleres Klima gedacht.

Vorteile: extrem feste Früchte und trockene Narbe, sehr wenige Samen, süßerer Geschmack, aufrechter und platzsparender Wuchs, mittelhoher bis hoher Ertrag.

Zu beachten: Der Kältebedarf ist hoch, daher eignet sich die Sorte nicht für sehr warme Regionen ohne frostige Winter. Der schmale, aufrechte Wuchs kann einen Schnitt erfordern, der den Strauch leicht auslichtet und die Mitte öffnet.

‚MegasBlue‘
Mittelfrühe Sorte, Northern Highbush

‚MegasBlue‘ (Syn. ‚OBF0604‘) wurde in Oregon als Weiterentwicklung von ‚Draper‘ gezüchtet: Sie hat einen wüchsigeren Strauch, einen höheren Ertrag und größere Früchte. In Oregon erreicht sie Mitte Juli 50 % Reife. Die Früchte sind sehr groß, bis zu 20 mm, haben die Form einer abgeflachten Kugel und eine bereifte violettblaue Farbe mit ausgeprägter Wachsschicht. Sie sind fest, die Stielnarbe ist klein (1,2 mm) und trocken. Sie enthalten 0 bis 20 winzige Samen, der Geschmack ist gut, mäßig süß mit wenig Säure.

Der Ertrag ist außergewöhnlich hoch, und die Früchte reifen konzentriert, das heißt, der Großteil der Ernte reift in kurzer Zeit. Der Strauch wächst aufrecht, aber sehr dicht und breit ausladend: Mit 3 Jahren ist er etwa 104 cm hoch und bis zu 170 cm breit. Das sollten Sie bei der Planung des Pflanzabstands berücksichtigen. Der Kältebedarf liegt bei etwa 1000 Stunden.

Vorteile: sehr große, attraktive Früchte, außergewöhnlich hoher Ertrag, konzentrierte Reife (die Ernte ist in kürzerer Zeit eingebracht), feste Früchte mit kleiner trockener Narbe, kräftiger Wuchs.

Zu beachten: Der breite, dichte Strauch braucht mehr Platz und einen sorgfältigen Auslichtungsschnitt, damit Luft und Licht in die Mitte gelangen. Der Kältebedarf ist hoch. Wer länger ernten möchte, kombiniert die Sorte mit Sorten, die zu anderen Zeiten reifen.

‚Fayetteville‘
Mittelspäte Sorte, Northern Highbush

‚Fayetteville‘ stammt aus dem Zuchtprogramm der University of Arkansas und wurde mit dem Schwerpunkt auf herausragendem Geschmack gezüchtet. Sie reift mittelspät und verlängert so die Saison, wenn frühe Sorten bereits abgeerntet sind. Die Früchte sind mittelgroß (15 bis 17 mm, durchschnittlich 1,6 g), blau mit guter Wachsschicht und recht fest, sodass sie nach dem Pflücken lange haltbar sind. Der Geschmack ist ihr Trumpf: Die Beeren sind außergewöhnlich aromatisch und deutlich süß, der Zuckergehalt liegt über 11 °Brix.

Die Sorte hat eine starke Frosthärte und liefert auch in kühleren und höher gelegenen Regionen stabile Erträge. Sie braucht nur 400 bis 500 Kältestunden. Der Wuchs ist halbaufrecht bis ausladend. Die Pflanzen setzen gut Früchte an und bringen zuverlässige Erträge.

Vorteile: außergewöhnlich süßer und aromatischer Geschmack, mittelspäte Ernte, starke Frosthärte, gute Fruchtfestigkeit, zuverlässiger Ertrag, niedriger Kältebedarf.

Zu beachten: Die Früchte sind mittelgroß und erreichen keine Riesengröße, was der Geschmack aber mehr als ausgleicht. Der ausladende Wuchs erfordert einen Erziehungs- und Auslichtungsschnitt, damit sich die Äste unter der Last der Früchte nicht zum Boden neigen.

Sortenvergleich

Sorte Gruppe Reife Frucht Kältebedarf Größte Stärke
‚Clarksville‘ Northern Highbush ultrafrüh (10–14 Tage vor ‚Duke‘) mittelgroß 400–500 Std. Geschmack verbessert sich bei Lagerung
‚Miss Alice Mae‘ Southern Highbush früh 16–19 mm, 1,6–2,0 g 500–550 Std. Festigkeit und höherer Zuckergehalt
‚Titanium‘ Northern Highbush früh bis mittelfrüh etwa 18 mm ca. 1000 Std. extreme Festigkeit, wenige Samen
‚MegasBlue‘ Northern Highbush mittelfrüh bis zu 20 mm ca. 1000 Std. Fruchtgröße und hoher Ertrag
‚Fayetteville‘ Northern Highbush mittelspät 15–17 mm, 1,6 g 400–500 Std. Geschmack (über 11 °Brix) und Frosthärte

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Wie viel Winterkälte die Sorten brauchen

Der Balken zeigt ungefähr, wie viele Stunden unter 7 °C eine Sorte braucht. Je länger der Balken, desto mehr Winterkälte.

‚Clarksville‘ 400–500 Std.
‚Fayetteville‘ 400–500 Std.
‚Miss Alice Mae‘ 500–550 Std.
‚Titanium‘ ca. 1000 Std.
‚MegasBlue‘ ca. 1000 Std.
Skala: 0 bis 1200 Stunden unter 7 °C. Bei Sorten mit Spannweite ist der Balken bis zum oberen Wert gefüllt. Dunkelgrün: nördliche Sorten mit niedrigerem Kältebedarf. Mittelgrün: nördliche Sorten mit hohem Kältebedarf. Orange: südliche Sorte mit geringerer Frosthärte.

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Bei Heidelbeeren zählt nicht nur die Fruchtgröße. Genauso wichtig sind die Reifezeit, die Frosthärte und der Geschmack, den Sie von der ersten bis zur letzten Ernte erwarten.

Welche Sorte zu Ihren Bedingungen passt

Kühlere und höher gelegene Lagen: ‚Fayetteville‘ und ‚Clarksville‘ haben eine starke Frosthärte.
Mildere Winter oder Folientunnel: ‚Clarksville‘ und ‚Miss Alice Mae‘ brauchen weniger Kälte.
Wenig Platz: ‚Titanium‘ wächst aufrecht und schmaler (mit 3 Jahren etwa 89 cm breit).
Genügend Platz einplanen: ‚MegasBlue‘ wird bis zu 170 cm breit und braucht einen Auslichtungsschnitt.
Längere Saison: Kombinieren Sie ‚Clarksville‘, ‚Titanium‘ oder ‚MegasBlue‘ und ‚Fayetteville‘, die zu unterschiedlichen Zeiten reifen.
Kalte nördliche Lagen: ‚Miss Alice Mae‘ hat eine geringere Frosthärte und eignet sich dafür nicht.
Warme Regionen ohne frostige Winter: ‚Titanium‘ und ‚MegasBlue‘ brauchen etwa 1000 Kältestunden.

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Boden und Bewässerung für alle Sorten
Alle Kulturheidelbeeren brauchen sauren (pH 4,5–5,5), lockeren, torfhaltigen und gut durchlässigen Boden sowie regelmäßige Bewässerung. Das gilt für alle fünf neuen Sorten.
Sorten mit geschützten Züchterrechten
Alle fünf Sorten sind durch Züchterrechte (PBR, Plant Breeders’ Rights) geschützt. Die gewerbliche Vermehrung dieser Sorten ohne Lizenz ist verboten.

Neue Heidelbeersorten jetzt in unserem Shop
‚Clarksville‘, ‚Miss Alice Mae‘, ‚Titanium‘, ‚MegasBlue‘ und ‚Fayetteville‘ erhalten Sie in unserem Shop. Wählen Sie nach Erntezeit und den Bedingungen in Ihrem Garten und verlängern Sie Ihre Saison mit frischen Heidelbeeren.
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